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„Dieses gesellschaftskritische und aufklärende Buch wirft mit der Formulierung der Mensch-Erklärungsformel einen unerwarteten, weil einzigartigen Blick auf das menschliche Verhalten wie damit letztlich auf die Welt, und eröffnet neue, wegweisende Perspektiven. Unter Anlegung dieser Erkenntnisse muss die bisherige Menschheitsgeschichte einer signifikanten Neubewertung unterzogen werden, vermeintlich Unbegreifliches wird begreifbar gemacht.“

Hochgradig aktuell.
Kein Hokuspokus, kein Blendwerk!

EINFÜHRUNG, KURZZUSAMMENFASSUNG UND ZIELSETZUNG

■Vorab

Das vorliegende Buch ist kein wissenschaftliches Werk und kann dies auch angesichts des Themas nicht sein. Der Leser wird den Verweis auf andere Publikationen und Quellen vergeblich suchen, da das Buch ein komplettes Eigenprodukt darstellt.

Der Autor bedient sich zwar unbestrittener psychologischer Erkenntnisse, nimmt aber sonst keinen Bezug auf (neueste) wissenschaftliche Forschungen und Thesen aus der Mikrobiologie/Biochemie, der Soziobiologie, der Verhaltensbiologie, der Humanethologie oder der systemischen Psychologie, weil diese keine große Bedeutung für seinen eigenen, in dieser Form einzigartigen Ansatz hinsichtlich des Entwurfs eines allgemeingültigen Erklärungsmodells für das menschliche Verhalten haben. Das entwickelte Standardmodell basiert auf einem neu definierten Menschenbild und soll ein übergreifendes Verständnis für das – abstrakt formuliert – System Mensch mit seinen klar strukturierten Wesenszügen vermitteln.

Der Leser darf sich nicht von teils pauschal verwendeten Begriffen aus der Psychologie, wie Kompensation, Ersatzhandlung, Ersatzbefriedigung, Grundbedürfnis, Grundbedürfniserfüllung, psychische Reaktionsweise, Verdrängung, Rationalisierung, Neurose, Psychose, Trauma, Symptom, Frustration, psychisches Defizit, etc., stören und irritieren lassen, zumal eine genaue Bestimmung und Klassifizierung in diesem Fall nicht notwendig sind, den Rahmen sprengen würden und der allgemein gehaltene Gebrauch betreffend der zentralen Aussage des Buches von keiner oder lediglich untergeordneter Relevanz ist.

Ein konkretes Beispiel: Wenn von psychischer Schädigung und Reaktionsform die Rede ist, wird in der Regel weder differenziert, ob es sich um eine Angst- und Panikstörung, Schizophrenie, Zwangserkrankung, Depression, bipolare Störung, Borderline-Störung, Suchtkrankheit, multiple Persönlichkeitsstörung, posttraumatische Belastungsstörung, chronisches Erschöpfungssyndrom oder, oder … handelt, noch die Ursache wie der individuelle Entstehungshintergrund für die psychische Problematik dezidiert und detailliert beschrieben, sondern nur von mangelnder oder ungenügender psychischer Grundbedürfniserfüllung respektive Frustration bzw. Negation der Grundbedürfnisse, als anlässlich auslösendem Faktor, gesprochen.

Die Hauptaufgabe des Buches besteht eindeutig in der Herausarbeitung von übergeordneten Zusammenhängen und nicht in der x-ten Spezifikation von psychischen Verhaltensformen.

Lesehinweis

Die nachfolgenden Ausführungen sind eine stark komprimierte Zusammenfassung und deshalb möglicherweise nicht auf Anhieb leicht nachvollziehbar. Dies darf nicht abschrecken, da im Buch Schritt für Schritt alle sich ergebenden Erkenntnisse und Kausalitäten ausgiebig erläutert und mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag veranschaulicht werden, und derart der vom Autor beabsichtigte, unmittelbare Eigenbezug und verwertbare Nutzen hergestellt werden.
Sobald sich für den Leser das dargelegte Denkmuster und das daraus resultierende Basismodell erschlossen haben, entschlüsseln sich unwillkürlich die geschilderten Kontexte wie die sich davon ableitenden Folgerungen.

Mit anderen Worten: Wenn der Leser die neue Denkwelt hinsichtlich des ursprünglichen Wesens des Menschen (was das Wesen des Menschen tatsächlich ausmacht, welche eigentlichen Ur-Bedürfnisse jeder Mensch ausnahmslos aufweist) durchdrungen hat, dann eröffnen sich die Zusammenhänge zwangsläufig.

Die aufgestellte Hauptthese gewinnt Kapitel für Kapitel an Plausibilität und Wahrheitsgehalt, auch ohne wissenschaftliche Evidenz, die es bei diesem elementaren Thema de facto nicht geben kann und ebenso jemals wird, denn die Fakten liegen klar auf der Hand.
Die Mensch-Erklärungsformel gießt die unübersichtlichen Erklärungsversuche bezüglich der unterschiedlichen Verhaltensformen in ein schlüssiges Schema, und bringt auf diese Weise Ordnung und System in das für den Menschen wichtigste Thema überhaupt, da letztlich das Verhalten die Grundlage für alle Entwicklungen und Problemfelder ist und immer von einzelnen Menschen ausgeht.

 

■01-Einführung

In einer an sich übererklärten und – scheinbar - alles durchschauenden Welt bildet die hinter dem menschlichen Wesen und Verhalten verborgene Systematik ein großes und überaus bedeutendes Mysterium.
●Warum (und auch wann) verhält sich und agiert der einzelne Mensch so, wie er es de facto macht?
●Von was werden das Verhalten und die Verhalten erzeugenden Grundlagen (Denkweisen, Einstellungen, Weltanschauungen, etc.) ursächlich bestimmt und geprägt?
●Weshalb existieren dermaßen viele, zum Teil höchst unterschiedliche und konträre Wesens- und Verhaltensarten?
●Wodurch erwachsen die extremsten Verhaltensweisen und -abgründe, wie z. B. Mord, Folter, Sadismus, tiefer Hass, exzessive Gewalt und sexueller Missbrauch?
●Weswegen gibt es psychische Krankheiten und welche Funktion nehmen sie ein?
●Wann kann ein Verhalten als normal eingestuft werden, ab welchem Grad muss es als gestört und krankhaft angesehen werden?

Ein für jedes Verhalten, egal welche Richtung dieses auch haben mag, und für ausnahmslos jeden Menschen zutreffendes Erklärungsmodell würde nicht allein zahlreiche offene Fragen elementarer Natur beantworten, hingegen überdies wirkungsvolle und nachhaltig erfolgreiche, weil auf ursächlicher und nicht auf üblicher symptomgemäßer Basis beruhende, Problemlösungen ermöglichen.
Die Menschheit könnte sich dadurch viel Elend, Leid und ebenfalls Geld ersparen.

Mittelpunkt des Buches ist folglich die Decodierung des Geheimnisses, das sich hinter der Funktionsweise des menschlichen Verhaltens verbirgt mittels Aufstellung eines in dieser Anordnung noch nicht bekannten Standardmodells.

Konkret: Das Standardmodell soll dokumentieren,
●wie Verhalten originär entsteht und anhand welcher, für alle Menschen gleichen, Faktoren und Voraussetzungen es entscheidend beeinflusst, determiniert oder sogar gesteuert wird,
●zu welchen weitreichenden Konsequenzen diese Beeinflussung oder Steuerung sowohl im täglichen Leben jedes Menschen wie ebenso der Gesellschaft führen,
●warum sehr differente Verhaltensausprägungen und -auswirkungen im Zusammenhang stehen und im Kern dieselbe Wurzel und Triebfeder besitzen und
●was das Wesen des Menschen tatsächlich ausmacht und welchen natürlichen Vorgaben er durchwegs unterliegt, ohne dies jedoch bewusst wahrzunehmen.

Aber kann es solch ein allgemein verbindliches Standardmodell überhaupt geben, denn was sollte die Wachstumsthematik, das immer mehr, größer und schneller zum Beispiel mit einer psychischen Störung oder mit den Ursachen kriminellen Handelns zu tun haben? Oder wo liegt die Gemeinsamkeit von Rassismus, den Motiven für Jahrzehnte alte zwischenstaatliche Spannungen (z. B. in Nahost) und der Attraktivität der Konsumgesellschaft? Oder wo können Berührungspunkte zwischen einem beträchtlichen Minderwertigkeitsgefühl, der wirtschaftlichen Gier und der schwierigen Integration von Ausländern ausgemacht werden? Oder welcher Kontext ist zwischen Angeberei, Alkoholismus und ökologischem Raubbau vorhanden? Oder in welcher Weise könnten altruistisches Verhalten, ein Amoklauf und eine Depression miteinander in Verbindung stehen? Oder, oder, oder …

Diese Fragen lassen das Postulat der „Mensch-Erklärungsformel“ auf den ersten Blick anmaßend und vermessen erscheinen, aber der Autor seziert die Verhaltens- und Handlungsformen und ihren Entstehungsprozess dank seinem entwickelten Modell gründlich und präzise, ohne sich dabei religiöser, esoterischer, sonstiger dogmatischer bzw. glaubensgemäßer oder abstruser Theorien und Konstruktionen zu bedienen.
Die sachliche, fundierte Argumentationslinie wird von der Lebenswirklichkeit und den real existierenden Lebensumständen gedeckt, entkräftet damit gängige, oft vorurteilsbefrachtete oder polemische Meinungen und belegt die neue Vorstellung vom Menschsein realitätsnah.
Basis und Ausgangspunkt für das Erklärungsmodell ist eine vom Autor ausgearbeitete, neue Grundannahme in puncto der wesensgemäßen Veranlagung des Menschen – kurz gesagt, wie die ursprünglichen Vorgaben, die die menschliche Natur maßgeblich bestimmen und die jeder gleichermaßen in sich trägt, aufgebaut sind, sich in Beziehung zueinander befinden und demnach exakt funktionieren.
Diese neue Vorstellung vom wahren Typus des Menschen definiert sich aus der strukturellen Verbindung zwischen dem genetischen, biologischen, psychischen, physiologischen und rationalen Bereich, gleichbedeutend mit den anlagebedingten Vorgaben.
Abstrakt ausgedrückt: Jeder Mensch hat dieselbe endogene Grundprogrammierung, die gewisse Erfüllungsmuster in Gestalt von Grundbedürfnissen aufstellt und vorschreibt, gleichzeitig deren ausreichende Befriedigung zwingend einfordert, bei mangelnder Stillung Störungen verursacht und Fehlentwicklungen zur Folge hat.

Hinter diesem speziellen Menschenbild steht die Beleuchtung respektive Untersuchung der Ursprungsgeschichte der Psyche (ansetzend am Beginn der Bewusstseinsentfaltung), die als Fundament der menschlichen Entwicklung von herausragender Bedeutung ist, allerdings weder in der öffentlichen noch in der fachspezifischen (Psychologie, Soziologie, Philosophie, Pädagogik, etc.) Debatte bezüglich des Naturells des Menschen und seines Verhaltens eine Rolle spielt, und daher eine große Unbekannte bleibt.

Diese Fragen werden behandelt: ●Weswegen ist die Psyche entstanden, ●wie hat sie sich gebildet, ●wie ist sie strukturiert und vor allem, ●welche Aufgabe nimmt sie aufgrund dessen ein, welchen Zweck verfolgt sie, kurzum, ●weshalb hat der Mensch überhaupt eine Psyche und ●wie bzw. auf welcher Basis arbeitet sie? ●Und, obwohl die Psyche kein greifbares Organ ist und ihr durchaus eine erhebliche Unberechenbarkeit zugeschrieben wird, hat sie analog einem Organ eine grundsätzliche, bei jedem Menschen gleiche Funktionsweise und einen wohlgeordneten Strukturaufbau?

Mit anderen Worten: Jedes persönliche, gruppengemäße oder gesellschaftliche Verhalten, unabhängig von seiner Ausprägung und Auswirkung, also, ob es beispielsweise um Machtstreben, Ängstlichkeit, Ehrgeiz, Eitelkeit, Egozentrik, Opportunismus, kriminelles oder gewalttätiges Operieren, Fundamentalismus, aber genauso um betont soziales Handeln, enormen Leistungswillen, Sucht, psychische Krankheiten, Rassismus, Gewinnmaximierung, starke Wachstums-, Wettbewerbs- und Konsumfokussierung oder Umweltzerstörung geht, lässt sich in der Substanz – zwar gewöhnlich nicht sofort ersichtlich, da sich der Kern meist der bewussten Wahrnehmung entzieht – auf die gleiche psychisch determinierte Quelle und somit Antrieb zurückführen.
Das Verhalten des Menschen und seine unterschiedlichen Formen entspringen demnach nicht einem unberechenbaren Zufallsgenerator.

Vermeintlich Unbegreifliches wird begreifbar gemacht, indem die wirkliche Ursache für u. a. ●die grenzenlose wirtschaftliche Gier (siehe aktuelle Finanzkrise) ●Amokläufe ●Selbstmordattentate ●Depression/Burn-out ●Pädophilie ●die Problematik bei der Integration von Ausländern ●die Unbelehrbarkeit des Menschen auf vielen Gebieten, und, und, und aufgezeigt wie begründet wird.
Alle wesentlichen Lebensbereiche werden in Bezug zum formulierten Verhaltensmodell gesetzt, die sich daraus ergebende individuelle, soziale, gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Relevanz und deren oftmals problembehafteten Konsequenzen für den Alltag werden ausführlich und nachvollziehbar mithilfe zahlreicher Beispiele erörtert.
Darüber hinaus erfährt der Leser, wie der Mensch die Kraft der Vernunft mobilisieren und sich dadurch aus der bestehenden, psychisch motivierten Verhaltensfalle, die in absehbarer Zeit unausweichlich existenzielle soziale wie gesellschaftliche Verwerfungen und die irreversible Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlage hervorrufen, befreien und derart seine Zukunftsfähigkeit bewahren kann.

Dieses gesellschaftskritische und aufklärende Buch wirft mit der Formulierung der „Mensch-Erklärungsformel“ einen unerwarteten, weil einzigartigen Blick auf das menschliche Verhalten wie damit letztlich auf die Welt, und eröffnet neue, wegweisende Perspektiven.
Unter Anlegung dieser Erkenntnisse muss die bisherige Menschheitsgeschichte einer signifikanten Neubewertung unterzogen werden und jeder Mensch muss überdenken, wie er zukünftig die Welt und das eigene Dasein interpretiert.

 

■02-Thema und Inhalt des Buches

Zentraler Punkt ist die Ergründung der Systematik, die sich hinter dem menschlichen Verhalten verbirgt, und die, nur vordergründig ein Paradoxon, die immense Bandbreite des Verhaltens ermöglicht. Vorrangig soll deshalb verdeutlicht werden, welche gemeinsame, jeden Menschen betreffende Vorgabe für die Genese der unterschiedlichen Wesens- und Verhaltensarten grundsätzlich verantwortlich ist, und zudem, welchen Entstehungshintergrund diese als Natur des Menschen zu bezeichnende primäre, metaphysische Vorgabe hat.

Das Buch schildert diesen determinierenden Überbau, innerhalb dessen Rahmen sich die Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen entfalten können (und auch müssen) und der zugleich dessen ursächlicher Impuls wie Regulativ und Grenze ist.
In diesem Überbau, den der Mensch angesichts seiner unterschwelligen Präsenz nicht bewusst realisiert, sind die biologischen und psychischen Erfüllungsmuster festgelegt und gespeichert.
Deren Befriedigung oder Nichtbefriedigung bzw. Missachtung beeinflussen die physiologischen Prozesse entscheidend (Stichwort: Mikrobiologie), die wiederum die Basis für die jeweilig differenten Verhaltensausprägungen verkörpern, da ausnahmslos jedes Verhalten und Handeln auf biochemischen Steuerungen fußt.
Diese ursprüngliche Veranlagung (Art bzw. Auslegung der Grundprogrammierung; einem Masterplan entsprechend) ist eine Gesetzmäßigkeit, die sich im Laufe der Evolution kaum bzw. nicht essenziell verändert hat, währenddessen das Leben und Lebensumfeld einem permanenten, zum Teil drastischen und rasanten Wandel ausgesetzt war und ist.
Es wird außerdem untersucht und dokumentiert, warum dieser Überbau in der gegenwärtigen Form schließlich entstanden ist und nach welchen Kriterien sich die Grundprogrammierung, die für die biochemische Regulierung ausschlaggebend ist, ausgebildet hat.
Anders gesagt: Die anlagegemäßen, vor allem psychischen Voraussetzungen, Grundlagen und Bedürfnisse des Menschen haben sich während der Menschheitsgeschichte im Vergleich zu den Lebensbedingungen nur unwesentlich geändert, und diese Diskrepanz zwischen tatsächlicher (= aktuelle Lebenssituation) und ursächlicher (= endogene Vorgaben) Lebenswirklichkeit ist die Wurzel für die allermeisten Probleme der menschlichen Existenz.

Diese mannigfaltigen Problemfelder verschiedenster Couleur und ihr spezieller Entstehungshintergrund werden im Buch ausführlich beschrieben.
Laufend fortschreitende, sich von den originären Direktiven entfernende - in ihrer Substanz künstliche - Entwicklungen und Anforderungen treffen auf eine - in ihrer Substanz natürliche - konstante, nicht wandelbare Grundlage mit der unausweichlichen Folge von Inkompatibiltäten (Probleme, Störungen, Schädigungen, etc.).

Bildhaft formuliert: Das Dauerhafte, das Inflexible, das fest Verwurzelte, das Gleichbleibende, das Unabänderliche, das Berechenbare (= ursächliche Lebenswirklichkeit, psychische Erfordernisse und menschliche Grundveranlagung) wird mit dem Flexiblen, dem Anpassungsfähigen, dem Unsteten, dem Veränderlichen, dem Unberechenbaren (= tatsächliche Lebenswirklichkeit/Alltag) konfrontiert, und löst eine Abstoß- bzw. Abwehrreaktion aus (psychische und psychosomatische Krankheiten/gesellschaftliche Fehlentwicklungen auf Basis von Ersatz- und Kompensationshandlungen, die jedoch nicht als solche wahrgenommen werden, usw.).

Die Lebensumstände, sowohl Kinder wie Jugendliche und Erwachsene anbelangend, sind nicht mit der wahren menschlichen Veranlagung vereinbar respektive vertragen sich nicht, ohne dass dies der Mensch im nötigen Ausmaß erkennt.
Der Fokus des Buches liegt in der Erklärung der ursprünglichen Entstehung von Verhalten (auf welchem Fundament die Regelung der biologischen Systematik und deren Mechanismen stattfindet), und nicht in der Kategorisierung und Einordnung in konkrete Verhaltenstypen und -muster (z. B. der Choleriker, der Narziss, der Phlegmatiker, der Melancholiker, der Ängstliche, der Depressive, der Pragmatiker, der Draufgänger), wie es gerne plakativ, schubladisierend und vereinfachend gemacht wird, um sich lediglich mit der Symptomatik, also den Folgeerscheinungen, und nicht tiefer und vom Ansatz umfassender mit den zugrunde liegenden Wurzeln auseinandersetzen zu müssen.
Insbesondere wird herausgearbeitet und im wahrsten Sinne des Wortes heruntergebrochen, welche enge Kausalität zwischen dem scheinbar theoretischen, auf den ersten Blick weit hergeholt erscheinenden, nicht greifbaren und deshalb mysteriös anmutenden Überbau und der vorhandenen Lebenspraxis - ergo der gesellschaftlichen Entwicklung, den sozialen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Zuständen, den jeweiligen Problemfeldern und Krisenherden – besteht, und auf diese Weise herausgestellt, welche einzigartige Wichtigkeit dieser sich dem Bewusstsein entziehende, metaphysische Überbau im täglichen Leben de facto einnimmt.

Hier drängt sich ein sinnbildlicher, eigentlich banaler Vergleich zum besseren Verständnis auf: Wenn ein Handynutzer sein neuestes Smartphone in den Händen hält und bestimmte Funktionen ausführt (= symbolisch für Lebenspraxis), dann vergegenwärtigt er sich üblicherweise nicht, welche mathematischen und physikalischen Grundlagen, die wiederum auf den entsprechenden Ur-Regeln (Formeln und Sätze) beruhen und schon vor langer Zeit aufgestellt wurden (= direktiver Überbau), überhaupt ursächlich verantwortlich sind, dass ein solches Gerät konstruiert und produziert werden kann. Das Funktionieren des Handys ist eine Selbstverständlichkeit und dadurch zur nicht zu hinterfragenden Normalität geworden.
Ohne die Berücksichtigung und richtige Anwendung der Ur-Regeln (direktiver Überbau) würde allerdings kein Handy (gleiches gilt für sämtliche Maschinen) funktionieren.
Aber nicht allein diese fundamentalen Zusammenhänge und daraus resultierende Abhängigkeiten werden anhand vieler alltäglicher, konkreter Beispiele aufgezeigt, sondern genauso die verhaltensrelevanten Verbindungen zwischen zunächst konträren Lebensbereichen.

Beginnend mit der weit zurückliegenden und sehr lange währenden Phase der menschlichen Ratioerweiterung und Bewusstseinsbildung und der damit verbundenen Abkopplung von den animalischen Wurzeln (Transformation vom hochgradig instinktgesteuerten zum – zumindest vordergründig – verhaltensoptionalen Wesen) setzt dieses Buch an, beschreibt die identitätsgemäßen Hintergründe für die Ausgestaltung der psychischen Struktur (Stichwort: Urangst / psychische Erwartungshaltung mit den adäquaten Grundbedürfnissen und deren Befriedigung) sowie das komplexe System und Zusammenspiel des menschlichen Bauplans.

Der Identitätsbegriff (u. a. Sinn, Zweck und Aufgabe des Lebens / Position des Einzelnen im Weltgefüge / Frage sowohl nach dem Vorhandensein einer übergeordneten, eventuell auch strafenden und Rechtfertigung einfordernden Instanz wie nach einer irgendwie gearteten Existenzform nach dem Tod) wird in einer neuen Qualität erfasst und definiert, die primäre, alles überragende Relevanz der Identitätsproblematik für das menschliche Dasein im privaten Bereich wie im gesamtgesellschaftlichen Kontext demonstriert.
Es wird veranschaulicht, wie infolge der Identitätsproblematik und den durch sie ausgelösten Kompensations- und Ersatzhandlungen die ganze Menschheitsentwicklung und die Lebenswirklichkeit aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Nationalität und Konfession, bis zum heutigen Tag beeinflusst wurden und unablässig noch werden.
Das heißt: Die Mensch-Erklärungsformel ist nicht nur der Schlüssel zum tieferen Verständnis des menschlichen Verhaltens, sondern ist die zentrale Bezugsbasis für alle wesentlichen geschichtlichen Entwicklungen, die im Kern immer von einzelnen Menschen ausgegangen sind bzw. angestoßen wurden.

Das Leben ist somit im erheblichen Umfang einer (Fremd) Steuerung unterworfen, die von den identitätsgemäßen Notwendigkeiten als erstrangige, lenkende Kraft geprägt wird, wobei hier der psychische Apparat eindeutig die Hauptrolle besetzt.
Diese leitende und führende Kraft ist dem Menschen in ihrem Gehalt und Ausmaß entweder unbekannt oder es werden ihr aufgrund von Verdrängung nicht die elementare Tragweite und der präsente Stellenwert beigemessen, die sie trotzdem faktisch hat.

Das Buch stellt nachhaltig den Anspruch und das Selbstverständnis des Menschen als (willens) freier und selbstbestimmter Akteur infrage, indem dargelegt wird, dass dieser Glaube, und um nichts anderes handelt es sich tatsächlich angesichts der unzähligen, psychisch motivierten und sich im unermüdlichen Dauereinsatz befindlichen Verdrängungs- und Rationalisierungsmechanismen, nicht aufrechtzuerhalten ist.
Die Ratio wird von der Psyche für ihre Ziele – die Durchführung von Ersatz- und Kompensationshandlungen und deren anschließende Rechtfertigung - instrumentalisiert.

Schlüssig wird dokumentiert, dass das Bewusstsein dem Menschen im Zusammenspiel mit diesen Mechanismen Selbstständigkeit und Freiheit in seinem Denken und Handeln zwar vorgaukelt bzw. suggeriert, aber effektiv alle Menschen, mehr oder minder stark, Abhängige der Identitätsproblematik sind, und bereits eine überaus fortgeschrittene Entfremdung des Menschen von sich selbst, seinen originären Bedürfnissen und somit seiner Natur eingesetzt hat.
Anders formuliert: Der Mensch lebt tatsächlich in einer Scheinwelt, weil er aufgrund der augenscheinlichen Dominanz der Ratio im Lebensalltag dem Trugschluss unterliegt, dass die Ratio das bestimmende Element im Leben des Menschen ist und Entscheidungen nur oder zumindest überwiegend auf rationaler Basis getroffen werden. Dass der effektive Antrieb für das – vermeintlich - rationale Verhalten jedoch in Wirklichkeit auf der entsprechenden psychischen Verfassung des Menschen basieren, wird nicht wahrgenommen, da dieser Impuls, ein im Kern biochemischer Prozess, sich dem Bewusstsein entzieht.

Alle maßgeblichen Lebensbereiche werden hinsichtlich ihres Wesens und ihrer Ursächlichkeit einer schonungslosen Analyse unterzogen, und es wird erläutert, wie – mal offensichtlich, mal unterschwellig – die jeweiligen Entwicklungen, die im Ergebnis die als Normalität angesehenen gesellschaftlichen Ist-Zustände und Koordinaten hervorbringen, gleich einem im Hintergrund wirkenden, gemeinsamen roten Faden, auf die ungelöste Identitätsfrage zurückgeführt werden können.
Die intensive Untersuchung ergibt, dass der menschliche Bauplan in Verbindung mit der Identitätsproblematik und ihren entstammenden Wechselbeziehungen das übergeordnete Leitmotiv für alle Verhaltensstrukturen und -formen bilden und diese demnach keine beliebigen Zufallsprodukte sind.
Mit anderen Worten: Von der zentralen Aussage des Buches können Rückschlüsse auf alle wesentlichen Problemfelder des Menschen gezogen werden.

Dieses Leitmotiv ist zugleich Grundlage wie Erklärungsprinzip für alle bedeutenden – vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen - Menschheitsprozesse und elementaren Richtungsentscheidungen respektive Weichenstellungen, ähnlich einer mathematischen oder physikalischen Basisformel, die jeweils sowohl Ausgangspunkt einer Entwicklung wie zudem essenzieller Beeinflussungs-, Lenkungs- und Ableitungsfaktor für alle weiteren Abläufe ist.

Der Autor belässt es nicht nur bei einer entsprechenden Analyse und einer theoretischen, lebensfernen Abhandlung, sondern schildert die daraus resultierenden Folgerungen und zeigt Wege im Umgang als in der bestmöglichen Bewältigung der ungelösten und überdies nicht zu lösenden Identitätsfrage auf.
Unbequeme, die heutigen gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse betreffende und von allgemeiner existenzieller Bedeutung beschaffene Kernfragen werden aufgeworfen und durch die In-Beziehung-Setzung mit den Kausalitäten der Identitätsproblematik methodisch und bündig beantwortet.

Exemplarisch einige der Fragestellungen, die zwar zweifellos einen sehr weiten Bogen spannen, allerdings dennoch im direkten, indirekten oder reziproken Bezug zu den vordringlichen Themen des Buches („Systematik hinter dem menschlichen Verhalten und Handeln“, „Identität und Identitätsproblematik des Menschen“ und „Entlarvung der Lebenswirklichkeit“) stehen:

●Warum gibt es – trotz des Wissens- und Erkenntnisstandes des 3. Jahrtausends und der damit vermeintlich vorhandenen aufgeklärten Welt – dermaßen viele kriegerische Auseinandersetzungen, so viel Gewalt hinter bürgerlicher Fassade (auch gegen Kinder), so viel Armut, derart viel Machtmissbrauch, so viele frustrierte, unglückliche und psychisch kranke Menschen, so wenige funktionierende Beziehungen (sobald der oberflächliche, für die Umwelt produzierte Schein abgezogen wird)? ●Worin sind die Ursachen zu sehen?

●Hat die Wissensentwicklung demnach nichts bzw. nicht viel mit der charakterlichen Entwicklung des Menschen zu tun? ●Ist hier ein großes Ungleichgewicht zu finden?

●Wo beginnt eine psychische Störung und ab wann muss ein Verhalten als nicht normal bezeichnet werden, in einer Zeit, die einerseits mit psychischen Problemfeldern und Verhaltensexzessen gepflastert ist, und in der sich andererseits nahezu jeder Mensch selbst als normal betrachtet? ●An welchen Bruchstellen entlarvt sich die tatsächliche Lebenswirklichkeit als Fehlentwicklung?

●Wohin sollen der Turbokapitalismus, die extrem verkürzten und sich stets weiter verkürzenden Produktzyklen und Konstruktionszeiten, die sich exorbitant schnell verändernden Grundlagen, das ausschließlich auf ständiges Wachstum ausgelegte Wirtschaften, die rasante Umweltzerstörung und Bodenversiegelung, die immer größeren Megacitys, der enorme Ressourcenverbrauch, der ausufernde Müll (besonders im Meer mit den riesigen Plastikmüllteppichen) und die stark zunehmende (Über-) Bevölkerung hinleiten? ●Ist dies unter zivilisatorischer Errungenschaft oder wie der Philosoph Hermann Lübbe meinte, mit „der Evidenz der überwiegenden Vorteile für die bestehende Lebensführung“ zu verstehen?

●Wo sind die Zukunftsvisionen und Perspektiven der Menschheit? Liegen diese Visionen in dem existenten Beschleunigungswahn (sinn), dem Leben von Quartalsbericht zu Quartalsbericht, der Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen, in der Vernichtung des Lebensraumes Erde und der sich daraus belaufenden Suche nach Alternativen auf anderen Planeten im Weltraum? ●Beschreitet der Mensch unumkehrbar einen Werdegang hin zur synthetischen Kreatur, weil er sich ein immer künstlicheres, von der Natur abgekoppeltes Umfeld schafft? ●Wird dies seinen originären Bedürfnissen gerecht?

●Worauf begründen sich die geringe Veränderungsfähigkeit (bzw. hohe Veränderungsresistenz) wie große Unbelehrbarkeit des Menschen, trotz unzähliger zwischenmenschlicher, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, umweltgemäßer und internationaler Krisenherde, der diesbezüglich gegenwärtigen zahlreichen Warnsignale und der vielfach eindeutigen Faktenlage? ●Warum ist das nachhaltige wie substanzielle Umlenken dermaßen schwierig?

●Weshalb steht der Menschheit unweigerlich sowohl eine Zukunft der umfangreichen Beschränkung wie der radikalen Um- oder Neuorganisation der wichtigsten Lebensbereiche (Arbeit, Produktion, Konsum, Freizeit, Reise, Fortbewegung, etc.) bevor, wenn sie langfristig und nicht nur die nächsten Jahrzehnte überleben will?

●Welche psychischen Faktoren bzw. Befriedigungen, die Basis wie Auslöser des Verhaltens sind, benötigt jeder Mensch genauso wie Sauerstoff, Wasser und Nahrung?

●Ist die Entwicklung zu den heute dominierenden Konsumgesellschaften mit ihren vordergründigen Ersatzbefriedigungspotenzialen bloß ein geschichtliches Zufallsprodukt, oder sind diese zwangsläufig aufgrund des entsprechenden Umgangs mit der Identitätsproblematik entstanden und daher logische Konsequenz der geschilderten Zusammenhänge? ●Worauf fußt die Attraktivität der Konsumgesellschaft und der damit verbundenen „freien“ Marktwirtschaft im Kern?

●Bestehen die Hauptaufgabe bzw. -funktionalität und der maßgebliche Lebenssinn des Menschen im Konsum von Waren und Dienstleistungen nach dem Motto „je mehr, desto besser“? ●Ist der Mensch anlagebedingt ein „homo consumptio“ oder ist der übermäßige Konsum de facto allein eine Kompensations- und Ersatzhandlung? ●Wenn ja, was genau soll – oder besser muss - kompensiert werden? ●Zählt der Konsum in der heute praktizierten Form wirklich zu den Primärbedürfnissen des Menschen?

●Woher rühren die Anziehungskraft und Faszination der breiten Palette der modernen Ersatzbefriedigungen (Macht, Geld, Reichtum, Erfolg, Konsum, Statussymbole, Äußerlichkeiten, etc.), obwohl deren Befriedigungsgrad meist dürftig und vor allem lediglich von temporärer Natur ist?

●Weswegen ist der Mensch – trotz seiner Kopflastigkeit - so von Liebe, Zuneigung, Sicherheit, Bestätigung, Anerkennung, Bewunderung, Profilierung und Erfolg – alles Faktoren, die elementar für die persönliche Wertigkeit sind – abhängig, und wie beeinflusste bzw. beeinflusst dieses Faktum die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit? ●Worin ist das tiefere Motiv dieser Angewiesenheit zu sehen? ●Warum benötigt der Mensch überhaupt einen Selbstwert und was stellt dieser dar?

●Wieso gibt bzw. vermittelt Solidarität, das Altruistische, das Uneigennützige, das wahrhaft (und nicht nur oberflächlich) Soziale und das Verantwortungsvolle in der Regel nicht die nachhaltige und andauernde befriedigende Kraft, die erforderlich wäre, um im Alltag erfolgreich gegen die mannigfaltigen Verlockungen und Ersatzbefriedigungen ankämpfen zu können? ●Warum kann sich die Vernunft gewöhnlich nicht gegenüber der Unvernunft, dem Unverantwortlichen und dem Egoistischen durchsetzen? ●Weshalb ist es derart schwer, die Lebensführung gänzlich nach verantwortungsbewussten Maßstäben auszurichten, und nicht bloß auf mehr oder minder unbedeutende oder kleine Teilbereiche zu beschränken?

 

■03-Zielsetzung des Buches

Das Buch fordert nicht nur eine Kultur der Reflexion, der Selbstreflexion und besonders des Hinterfragens – vorrangig der kritischen Beleuchtung der sogenannten Normalität (Ist-Verhältnisse) und deren Zustandekommen - ein, sondern ebenfalls zum Erkennen und der Analyse von grundsätzlichen und sich bedingenden Zusammenhängen auf.
Vielfach ist das Wissen fachspezifisch oder isoliert präsent, allerdings werden die tiefgründig aktiven Mechanismen nicht oder einzig fragmentarisch erfasst und dadurch nicht die unumgänglichen wie richtigen Folgerungen gezogen.

Das Buch soll sowohl zu neuen Blickwinkeln und Betrachtungsweisen anregen wie die immense Beeinflussung der theoretischen Darlegungen anhand konkreter, für jeden Menschen ersichtlichen und nachvollziehbaren Auswirkungen im Alltag veranschaulichen.
Voraussetzung ist jedoch, dass sich der Leser auf eine andere Denkwelt abseits der üblichen, als normal angesehenen gesellschaftlichen Koordinaten und den weitverbreiteten Stereotypen einlässt, um die notwendige Offen- und Aufgeschlossenheit aufzubringen. Ansonsten entstünden unwillkürlich starke Abwehrreflexe (speziell rationalisierender Art), die den Zugang zum neu aufgestellten Menschenbild und zur Grundaussage des Buches blockieren würden.
Im Klartext: Die Menschheit braucht eine Generalüberholung, Neubewertung und folglich Neujustierung ihrer Annahmen über die menschliche Natur und der darauf aufbauenden Verhaltensweisen.

Abwehrreflexe verschiedenster Couleur werden im Buch zwar zwangsläufig provoziert, aber nicht aus ursprünglich ketzerischer Absicht des Autors, vielmehr, weil sich effektiv kein Leser der behandelten Thematik und einer diesbezüglichen persönlichen Involvierung entziehen kann.
Hier ist die Anmerkung, dass alle Menschen hinsichtlich ihrer wesensgemäßen Veranlagung im gleichen Boot sitzen, passend.

Intension des Buches ist indes weder eine unsachliche Diffamierung und Diskreditierung gegenwärtiger Positionen noch eine Provokation nur um der Provokation und Aufmerksamkeit willen, da dies in keiner Weise der erörterten Problematik angemessen und zugleich nicht zielführend wäre.
Im Vordergrund stehen Aufklärung durch die nüchterne wie verständliche Untersuchung und die unverblümte Beschreibung der existierenden Zustände und Befindlichkeit der heutigen Welt (Stichwort: tatsächliche Lebenswirklichkeit), um einerseits eine Sensibilisierung und Bewusstmachung für die menschliche Ur-Problematik zu erreichen, und auf der anderen Seite den jeweiligen Eigenbezug zu erzeugen.

Es wird präzisiert, dass jedes noch so große, komplexe, rätselhafte oder gleichfalls lange währende (teils viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte alte) Problem – ob religiöse Spannungen und Auseinandersetzungen, Kriege, familiäre Konflikte, Gewalt (exzesse), Missbrauch, Gier, usw. – kein unüberschaubares, unklares und unverständliches Gebilde, System oder Phänomen ist, hingegen im Kern im Menschen entsteht bzw. entstanden und auf ihn zurückzuführen ist. Das scheinbar Unerklärliche und Abstrakte wird auf die Ebene des Individuellen gebracht und damit erklär- und fassbar gemacht.
Was diesen Kern wirklich antreibt und weshalb sich der Mensch dies betreffend in einem Teufelskreis befindet, wird verdeutlicht, indem die Verbindung zum menschlichen Bauplan mit seinen Grundbedürfnissen hergestellt und die krankmachende wie die Psyche deformierende Diskrepanz zwischen tatsächlicher und anlagebedingter Lebenswirklichkeit aufgezeigt wird.
Dem Menschen wird vor Augen geführt, wie intensiv er in die natürlichen Vorgaben eingebunden und wie abhängig er faktisch von diesen ist.
Die dem Menschen attestierte Freiheit im Handeln wird als Illusion entlarvt.

Vor allem belässt es der Autor nicht bei der gängigen Symptomdiagnostik, die schnelle, einfache, oberflächlich plausible, meist zeitgeistgeprägte, aber letztlich die Probleme nicht einmal im Ansatz lösende Antworten gibt.
Es wird möglichst tief gebohrt, um auf diesem Weg an die eigentliche Ursache und Wurzel der menschlichen Problemfelder zu gelangen, ohne sich dabei allerdings in unübersichtlichen oder verkomplizierten Details zu verlieren.
Einem archäologischen Akt gleichend, wird Schicht für Schicht der ursprünglichen psychischen Grundbedürfnisse freigelegt, definiert und ihre für die richtige Bewertung bedeutsame Bildung beschrieben, dann davon die zahlreich künstlich hervorgerufenen respektive imaginären Sekundärbedürfnisse und nachfolgenden Ersatzhandlungen getrennt, um dergestalt das originäre Wesen des Menschen zu ergründen und offenzulegen.
Diese Vorgehensweise ist unabdingbar, zumal der moderne Mensch sich selbst und seine psychischen Notwendigkeiten wegen der vielfältigsten Überlagerungen nicht oder nur unzureichend kennt, und sich buchstäblich in wesentlichen Bereichen ein Fremder ist.

Er startet ins Leben und wird von den entsprechenden Umständen sozialisiert und geprägt, die angesichts ihrer Omnipräsenz als Normalität erachtet und daher nicht hinterfragt werden. Die genuinen, echten Erfordernisse bleiben unberücksichtigt, der Mensch wird de facto von den Verhältnissen gelebt.
Die Aufdeckung und Priorisierung der psychischen Grundbedürfnisse wie deren angemessene Dosierung sind der entscheidende Ansatzpunkt und Hebel, um zum Schlüssel der menschlichen Problematik mit ihren Kausalitäten - der ungelösten Identitätsfrage – vorzudringen, und so überhaupt eine reelle Chance zum nachhaltigen Umsteuern und zur essenziellen Neuausrichtung der bisherigen, tief verankerten, jedoch in der Konsequenz krankmachenden Werte- und Normenparameter zu ermöglichen.

Das Buch schildert und vermittelt, dass die beste Prävention und der beste Schutz vor ●Leid, ●Gewalt, ●zerstörerischer Aggression, ●Kriminalität, ●Krisen, ●Kriegen, ●Umweltzerstörung, ●persönlicher Unzufriedenheit, ●physischer und ●psychischer Krankheit eine intakte, unversehrte, ausgeglichene, weil (grund) bedürfniserfüllte bzw. -befriedigte, demnach ruhige, nicht aufgewühlte, gereizte und erschütterte Psyche ist, da dann der Antrieb für adäquate Kompensations- und Ersatzhandlungen fehlt.
Bildhaft: Ein satter Magen hat weder Hunger noch ein Hungergefühl und ist darum nicht ständig auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen.

Anders formuliert: Die gesunde Psyche ist der beste Natur- und Ressourcenschutz, der größte Pazifist, Friedensstifter und Wohltäter, der beste Arzt wie die beste Medizin, der primäre Harmoniespender und Glücklichmacher, die stärkste Energiequelle und der wichtigste, eigene Freund und Helfer.

 

■04-Abschließend einige Anmerkungen
  vom Autor

Der Autor verfolgt mit seinen Ausführungen keine politischen, konfessionellen, ideologischen, defätistischen oder sonstigen, dogmatisch gearteten Motive.

Indessen beruht sein Antrieb in seiner gering ausgeprägten Fähigkeit, sich vor bestehenden Tatsachen und eindeutigen Fehlentwicklungen, die in Bälde sowohl zu Irreversibilitäten der Lebensressourcen wie auch zu großflächigen menschlichen Konflikten und Tragödien führen werden (die auf sehr vielen Gebieten freilich schon gegenwärtig und akut sind), zu verschließen.
Die weltweit existierenden Koordinaten und Wachstumsraten, vornehmlich die Wirtschaft und die Bevölkerungszahl betreffend, lassen sich weder unverändert noch potenziert auf die Zukunft projizieren, zumal sie unweigerlich in ein soziales, gesellschaftliches, ökologisches und wirtschaftliches Desaster münden.
Sich diese Fakten schönzureden, zu bagatellisieren oder zu rationalisieren und damit effektiv zu verdrängen, erfordert einen hohen Druck und großen Willen zur Selbsttäuschung, dem sich der Autor so gut wie möglich widersetzt.

Zudem ist er erstaunt und erschreckt zugleich über den Fatalismus und die Gleichgültigkeit, mit denen sowohl die täglichen menschlichen und umweltgemäßen Katastrophen registriert werden wie der Routine, mit der nach kurzzeitiger Betroffenheit schnell wieder zur sogenannten Tagesordnung (business as usual) übergegangen wird, ohne substanzielle Änderungen an den verursachenden Gegebenheiten zeitnah zu ergreifen.
Der Autor sieht darin ein eindeutiges Zeichen, wie weit die Abstumpfung und die psychischen Deformationen der Menschheit bereits fortgeschritten sind. Dieser Selbstentfremdung, die eine enorme Gefahr für den Menschen darstellt, weil die Natur ohne den Menschen sehr wohl existieren kann, der Mensch, obzwar er es möchte und sich zuweilen einbildet, im Umkehrschluss allerdings nicht, gilt es entschieden entgegenzutreten.

Der Autor wünscht viel Erkenntnis bei der sicherlich fordernden Lektüre, aber genauso spannende Unterhaltung, denn, auch wenn es sich um ein komplexes Thema und nicht um einen Krimi oder Science Fiction-Roman handelt, was gibt es Interessanteres und ebenfalls Wichtigeres, als neue, elementare Einblicke über den Menschen und somit sich selbst zu gewinnen!

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